Ordination & Medizin

Sport verbessert Lebensaussichten bei Krebspatienten

Regelmäßige sportliche Aktivitäten sind ein wichtiger Eckpfeiler in der Krebsprävention. Das ist aus wissenschaftlicher Sicht eindeutig bewiesen. Wie wichtig Sport auch für bereits an Krebs erkrankte Patienten ist, zeigen immer mehr unterschiedliche Studien.

Um den aktuellen Stand der verfügbaren Beweislage zu ermitteln, haben Wissenschaftler der Universität in Calgary alle Studien, die zu dieser Thematik verfügbar sind, ermittelt und zusammengefasst. Besonderes Augenmerk legten sie auf die Frage, inwieweit die sportliche Aktivität bei Krebspatienten die Wahrscheinlichkeit des Überlebens erhöhen könnte. Sie nahmen dazu 136 Studien, die sich mit elf unterschiedlichen Tumorarten befassten, näher unter die Lupe.

Mit der Auswertung kam klar zum Ausdruck, dass die Sterberate aufgrund einer Krebserkrankung um 37 % reduziert werden kann, sofern die Krebspatienten regelmäßig sportlich aktiv sind. Besonders profitabel ist der Sport bei Brust- und Darmkrebspatientinnen und Prostatakrebs-Patienten. Aber auch bei den vielen anderen Krebsarten kann die Mortalität durch Sport deutlich herabgesetzt werden.

Die Wissenschaftler betonen, dass der positive Effekt des Sports bei Krebs eindeutig dosisabhängig sei. Je mehr Sport die Patienten somit wöchentlich trieben, desto wünschenswerter waren die Auswirkungen auf die Sterblichkeit. Ab einer bestimmten wöchentlichen „Sportdosis“ schien der Effekt auf die Sterblichkeit nicht noch weiter anzusteigen.

Als idealen Wert ermittelten die Forscher ein wöchentliches Training bei mittlerer Intensität von 2,5 Stunden. Um spezielle Empfehlungen zur optimalen Sportdosis und Sportart geben zu können, sollten weitere Untersuchungen erfolgen.

Friedenreich, C.M. et al.
Physical activity and mortality in cancer survivors: a systematic review and meta-analysis
JNCI Cancer Spectrum, online first 10/2019

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